13.2 Änderungen der signifikanten Belastungen und anthropogenen Einwirkungen

Bei der Aktualisierung der Bestandsaufnahme in den Wasserkörpern wurden auch die signifikanten bzw. maßgeblichen Belastungen innerhalb der Wasserkörper überprüft. Das Verfahren zur Ermittlung der Belastungen wurde im Verlauf des im ersten Bewirtschaftungszeitraum durchgeführten Harmonisierungsprozesses auf LAWA-Ebene fortgeschrieben (LAWA 2013b und LAWA 2013c). Durch den Wechsel von Grob- zu Feinbelastungen ist ein direkter Vergleich der Veränderungen der signifikanten bzw. maßgeblichen Belastungen nicht möglich. Um hierzu dennoch Aussagen treffen zu können, wurden die Feinbelastungen den Grobbelastungen zugeordnet. Die Vergrößerung des Monitoringumfangs und die dadurch verbesserten Datengrundlagen sowie die Verschärfung bei den gesetzlichen Bestimmungen führten zu Änderungen bei den Belastungen, wie nachfolgend für die Oberflächengewässer und das Grundwasser aufgezeigt wird. Darüber hinaus können in einigen Wasserkörpern zusätzliche Belastungen z. B. aus der Landwirtschaft im Zuge der Bioenergieerzeugung aufgetreten sein, da der Energiepflanzenanbau vorwiegend das Ziel möglichst hoher Masse-Erträge verfolgt und dieser enge Fruchtfolgen oder gar Monokulturen, hohe Dünge- und Pflanzenschutzmittelgaben und eine intensive Bodenbearbeitung mit sich bringt mit der Gefahr nachteiliger Wirkungen auf den Boden und die Qualität der Gewässer (UBA 2015).

Oberflächengewässer

Die Aktualisierung der Bestandsaufnahme ergab bei den Fließgewässern deutliche Änderungen bei den signifikanten Belastungen. Die Anzahl der Wasserkörper mit Belastungen aus punktuellen oder diffusen Quellen sowie durch Abflussregulierungen bzw. hydromorphologischen Änderungen ist gegenüber dem Bewirtschaftungsplan 2009 deutlich gestiegen (Tabelle 13.5). Vorrangiger Grund sind verbesserte Datengrundlagen, wie z. B. Strukturgütekartierungen nach dem Vorort-Verfahren. Der Anstieg bei den diffusen Belastungen ist insbesondere auf die ubiquitäre Belastung durch die atmosphärische Deposition von Quecksilber zurückzuführen. Auch die Anzahl der Wasserkörper mit Belastungen durch Wasserentnahmen (ausgenommen Trinkwasserentnahmen) und andere Belastungen ist leicht gestiegen.

Bei den Standgewässern sind bei einigen Wasserkörpern Belastungen neu identifiziert worden, vor allem im Hinblick auf diffuse Quellen und anderen Belastungen.

Bei den Küsten- und Übergangsgewässern wurden bis auf die diffusen Quellen Belastungen im Vergleich zum ersten Bewirtschaftungszeitraum in geringerem Umfang erfasst.

Tabelle 13.5: Anzahl der WK mit signifikanten Belastungen und deren Änderungen gegenüber 2009. Die farbigen Werte in Klammern zeigen die Änderungen der Anzahl belasteter OWK im Vergleich zum ersten Bewirtschaftungszeitraum. Positive Werte stellen Zunahmen von OWK, negative Werte dagegen Abnahmen von OWK mit signifikanten Belastungen dar.
KOR


Anzahl OWK

Punktquellen Diffuse Quellen Wasserentnahmen Abflussregulierung/
hydromorph. Änderungen
andere
Flüsse            
TEL 442 (+6) 27 (+11) 442 (+249) 4 (+4) 439 (+13) 1 (-3)
MEL 404 (-5) 104 (+62) 404 (+50) 14 (+14) 393 (+15) 49 (+35)
HAV* 980 (-2) 635 (+504) 967 (+266) 50 (+33) 868 (+90) 32 (+29)
SAL* 355 (+1) 155 (-3) 355 (+92) 19 (+16) 318 (+15) 42 (+5)
MES* 576 (+3) 282 (+190) 576 (+146) 6 (-14) 514 (+25) 15 (+11)
ODL** 19 (+3) 8 (+5) 19 (+11) 3 (+2) 15 (+2) 0
BER** 1 (-2) 1 (+1) 1 0 1 0
HVL** 2 0 2 (+2) 0 0 0
FGG gesamt 2.779 (+4) 1.212 (+770) 2.766 (+591) 96 (+55) 2.548 (+160) 139 (+77)
Seen            
TEL 15 5 (+5) 15 1 1 3 (+3)
MEL 73 (+4) 2 73 (+54) 0 1 (-1) 1 (-1)
HAV* 215 (+2) 85 (+5) 212 (+80) 3 (+3) 11 (+7) 22 (+21)
SAL* 36 (+1) 6 (-2) 36 (+18) 0 2 0 (-4)
MES* 22 (-5) 0 22 (+14) 0 0 0 (-1)
ODL** 0 0 0 0 0 0
BER** 0 0 0 0 0 0
HVL** 0 0 0 0 0 0
FGG gesamt 361 (+2) 98 (+8) 358 (+166) 4 (+3) 15 (+6) 26 (+18)
Übergangsgewässer            
TEL/FGG 1 0 (-1) 1 0 1 0 (-1)
Küstengewässer            
TEL/FGG 5 0 5 (+1) 0 0 (-1) 0

* ohne tschechische Anteile an deutschen Koordinierungsräumen
** deutscher Anteil an tschechischen Koordinierungsräumen

Grundwasser

Hinsichtlich des mengenmäßigen Zustands weisen vier Grundwasserkörper im Koordinierungsraum HAV neue Belastungen im Bereich der Entnahmen auf (Tabelle 13.6). In einem Grundwasserkörper im Koordinierungsraum MES ist hingegen die unbekannte mengenmäßige Belastung und in einem Grundwasserkörper im Koordinierungsraum SAL die mengenmäßige Belastung durch andere Entnahmen entfallen.

Beim chemischen Zustand ist insbesondere die Anzahl der Grundwasserkörper mit diffusen Belastungen in den Koordinierungsräumen MES, SAL, HAV und MEL gestiegen. Die Anzahl der durch Punktquellen belasteten Grundwasserkörper ist gleich geblieben, Änderungen gab es nur innerhalb der Koordinierungsräume. Im Koordinierungsraum MES sind in einem GWK neue unbekannte Belastungen identifiziert worden, während die unbekannte Belastung im Koordinierungsraum SAL entfallen ist. Ihrem Charakter nach sind diese neuen unbekannten Belastungen der Hauptbelastungsart „diffuse Quellen“ zuzuordnen.

Tabelle 13.6: Anzahl der GWK mit maßgeblichen Belastungen und deren Änderungen gegenüber 2009. Die farbigen Werte in Klammern zeigen die Änderungen der Anzahl belasteter GWK im Vergleich zum ersten Bewirtschaftungszeitraum. Positive Werte stellen Zunahmen von GWK, negative Werte dagegen Abnahmen von GWK mit maßgeblichen Belastungen dar.
KOR GWK gesamt Mengenmäßige Belastung Chemische Belastung
    Entnahme Bergbau andere Entnahme Intrusion unbekannt diffuse Quellen Punkt-
quellen
Intrusion unbekannt
TEL 28 0 0 1 0 12 (-1) 0 1 0
MEL 28 0 0 0 0 14 (+3) 1 0 0
HAV* 34 3 7 (+4) 0 0 16 (+2) 1 (+1) 0 0
SAL* 73 2 1 (-1) 0 0 36 (+3) 5 0 0 (-1)
MES* 59 1 1 0 0 (-1) 41 (+17) 3 (-1) 0 5 (+1)
ODL** 3 0 0 0 0 0 0 0 0
BER** 1 0 0 0 0 0 0 0 0
HVL** 2 0 0 0 0 0 0 0 0
FGG gesamt 228 6 9 (-1/+4) 1 0 (-1) 120 (-1/+25) 10 (-1/+1) 1 5 (-1/+1)

* ohne tschechische Anteile an deutschen Koordinierungsräumen
** deutscher Anteil an tschechischen Koordinierungsräumen