13.3 Aktualisierung der Risikoanalyse zur Zielerreichung

Auch die Methode der Risikoanalyse wurde gegenüber der ersten Risikoanalyse im Rahmen der Bestandsaufnahme 2004 bundesweit harmonisiert. Eine Änderung gegenüber dem Bewirtschaftungsplan 2009 ist, dass Wasserkörper hinsichtlich der Einschätzung ihrer Zielerreichung bis 2021 nicht mehr als „unbekannt“ eingestuft werden dürfen. Dies ist beim nachfolgenden Vergleich der beiden Bewirtschaftungszeiträume zu berücksichtigen.

Oberflächengewässer

Einen Vergleich der Risikoeinschätzung zur Zielerreichung im Bereich Oberflächengewässer ermöglichen die Abbildung 13.2 und die Tabelle 13.7. Hinsichtlich der Zielerreichung des ökologischen Zustands zeigt der Vergleich beider Risikoanalysen eine Vergrößerung des Anteils an Oberflächenwasserkörpern (>800 OWK) mit der Zielerreichung „unwahrscheinlich“ bis 2021. Diese Zunahme geht einher mit der Abnahme der Anzahl an Oberflächenwasserkörpern, für die im Bewirtschaftungsplan 2009 die Zielerreichung überwiegend noch „unklar“ oder „unbekannt“ war. Ein gewisser Anteil betrifft aber auch Oberflächenwasserkörper, für die die Zielerreichung im Bewirtschaftungsplan 2009 noch mit „wahrscheinlich“ eingestuft wurde. Diese Zunahme kann durch die Ausweitung von Untersuchungen im Rahmen der Bestandsaufnahme und des Monitorings und der damit einhergehenden verbesserten Datengrundlage begründet werden.

Die Aktualisierung der Risikoanalyse für die Zielerreichung des chemischen Zustands ergab, dass aufgrund der ubiquitären Quecksilberbelastung die Zielerreichung bis 2021 in allen Oberflächengewässern unwahrscheinlich ist. Grund hierfür ist die Verschärfung der gesetzlichen Bestimmungen für die chemische Zustandsbewertung, durch die die noch bei der ersten Risikoabschätzung mögliche Zielerreichung nun ausgeschlossen ist.

Tabelle 13.7: Aktuelle Anzahl der OWK gesamt und davon der OWK mit Zielerreichung 2021 „unwahrscheinlich“ im Hinblick auf Ökologie und Chemie nach Koordinierungsräumen. Die farbigen Werte in Klammern zeigen die Änderungen im Vergleich zum ersten Bewirtschaftungszeitraum*. Positive Werte stellen Zunahmen von OWK, negative Werte dagegen Abnahmen von OWK mit Zielerreichung „unwahrscheinlich“ dar.
KOR OWK gesamt

davon Zielerreichung
unwahrscheinlich

Ökologie

davon Zielerreichung
unwahrscheinlich

Chemie

TEL 463 414 (+299) 463 (+438)
MEL 477 289 (+105) 477 (+465)
HAV* 1.195 1.066 (+235) 1.195 (+1.173)
SAL* 391 186 (+33) 391 (+348)
MES* 598 478 (+153) 598 (+567)
ODL** 19 10 (+4) 19 (+18)
BER** 1 0 (-1) 1 (+1)
HVL** 2 0 2 (+2)
FGG gesamt 3.146 2.443 (+828) 3.146 (+3.012)

* ohne tschechische Anteile an deutschen Koordinierungsräumen
** deutscher Anteil an tschechischen Koordinierungsräumen

Abbildung 13.2: Risikoeinschätzung zur Zielerreichung des ökologischen (links) und chemischen (rechts) Zustands der Oberflächenwasserkörper 2015 und 2021 nach Koordinierungsräumen
Abbildung 13.2: Risikoeinschätzung zur Zielerreichung des ökologischen (links) und chemischen (rechts) Zustands der Oberflächenwasserkörper 2015 und 2021 nach Koordinierungsräumen

Grundwasser

Ähnlich wie bei den Oberflächenwasserkörpern zeigen die Abbildung 13.3 und die Tabelle 13.8 die Ergebnisse der Risikoanalyse für den mengenmäßigen und chemischen Zustand der Grundwasserkörper im ersten und zweiten Bewirtschaftungszeitraum (vgl. Tabelle 3.2 in Kap. 3.2).

Es ist ersichtlich, dass die Aktualisierung der Risikoanalyse hinsichtlich der Zielerreichung des mengenmäßigen Zustands wenige Änderungen im Vergleich zum ersten Bewirtschaftungszeitraum ergeben haben. Während für insgesamt fünf Grundwasserkörper in den Koordinierungsräumen TEL, MEL und MES die Zielerreichung 2021 nicht mehr unwahrscheinlich ist, musste für sieben Grundwasserkörper im Koordinierungsraum HAV und einen Grundwasserkörper im Koordinierungsraum SAL die Zielerreichung für 2021 in „unwahrscheinlich“ geändert werden. Gründe hierfür sind den Kap. 13.4.1 und 13.4.3 zu entnehmen.

Dagegen ergab die aktualisierte Risikoanalyse hinsichtlich der Zielerreichung des chemischen Zustands, dass im Vergleich zum ersten Bewirtschaftungszeitraum für insgesamt 19 Grundwasserköper in den Koordinierungsräumen MEL und SAL die Zielerreichung 2021 nicht mehr unwahrscheinlich ist. Allerdings ist der Anteil der Grundwasserkörper mit Zielerreichung unwahrscheinlich beim chemischen Zustand deutlich höher als im Bereich Menge. Bei zwei Grundwasserkörpern im Koordinierungsraum TEL und bei sechs Grundwasserkörpern im Koordinierungsraum MES wurde die Zielerreichung auf „unwahrscheinlich“ geändert. Gründe hierfür sind in Kap. 13.4.1 und 13.4.3 aufgeführt.

Tabelle 13.8: Anzahl der GWK gesamt und davon der GWK mit Zielerreichung 2021 „unwahrscheinlich“ im Hinblick auf Chemie und Menge nach Koordinierungsräumen. Die farbigen Werte in Klammern zeigen die Änderungen im Vergleich zum ersten Bewirtschaftungszeitraum. Positive Werte stellen Zunahmen von GWK, negative Werte dagegen Abnahmen von GWK mit Zielerreichung „unwahrscheinlich“ dar.
KOR GWK gesamt

davon Zielerreichung
unwahrscheinlich

Menge

davon Zielerreichung
unwahrscheinlich

Chemie

TEL 28 1 (-1) 14 (+2)
MEL 28 0 (-3) 15 (-3)
HAV* 34 10 (+7) 16 (0)
SAL* 73 3 (+1) 36 (-16)
MES* 59 2 (-1) 41 (+6)
ODL** 3 0 0
BER** 1 0 0
HVL** 2 0 0
FGG gesamt 228 16 (+8/-5) 122 (+8/-19)

* ohne tschechische Anteile an deutschen Koordinierungsräumen
** deutscher Anteil an tschechischen Koordinierungsräumen

Abbildung 13.3: Risikoeinschätzung zur Zielerreichung des mengenmäßigen (links) und chemischen (rechts) Zustands der GWK 2015 und 2021 nach Koordinierungsräumen
Abbildung 13.3: Risikoeinschätzung zur Zielerreichung des mengenmäßigen (links) und chemischen (rechts) Zustands der GWK 2015 und 2021 nach Koordinierungsräumen