14.3 Bewertung der Fortschritte zur Erfüllung der Umweltziele

Die Fortschritte zur Erfüllung der Umweltziele messen sich an zwei dominanten Parametern. Dies ist zum einen die Zustandsbewertung, durch die die Umweltzielerreichung der WRRL generell überprüft werden kann. Zum anderen zeigen sich die Erfahrungen aus dem ersten Bewirtschaftungszeitraum in einer Weiterentwicklung des Monitorings, der Strategien zur Erreichung der Umweltziele für die WWBF und vor allem in einer Konkretisierung der Maßnahmenplanung.

Die Zustandsbewertung für alle Wasserkörper der FGG Elbe ist in Kapitel 13.4 detailliert dargestellt. Insgesamt zeigt sich, dass im Laufe des ersten Bewirtschaftungszeitraums Verbesserungen erzielt werden konnten. So wurde für ungefähr 20% der Oberflächenwasserkörper eine Verbesserung des ökologischen Zustands/Potenzials erreicht. Eine genauere Betrachtung verdeutlicht, dass z. B. für die Teilkomponente Makrozoobenthos in fast allen Koordinierungsräumen eine Verbesserung erzielt wurde. Der mengenmäßige Zustand ist für nahezu alle Grundwasserkörper „gut“ eingestuft. Auf hohem Niveau konnte noch eine Verbesserung erzielt werden. Ein differenzierteres Bild zeichnet sich für die chemische Zustandsbewertung der Grundwasserkörper ab. Neben Verbesserungen im Bereich der Gruppe „übrige Schadstoffe“ treten punktuelle Verschlechterungen für die übrigen Parameter in nahezu allen Koordinierungsräumen auf. Da über 90 % der Grundwasserkörper bei einzelnen chemischen Qualitätskomponenten als „gut“ eingestuft werden, findet auch diese Betrachtung der Änderung auf einem hohen Niveau statt.

Die generell geringe Verbesserung in den Ergebnissen der Zustandsbewertung ist nicht nur mit Problemen bei der Maßnahmenumsetzung oder methodischen Weiterentwicklungen zu begründen. Die Anpassung bzw. Optimierung des Überwachungsprogramms führt dazu, dass die Ergebnisse der Zustandsbewertung teilweise nicht vergleichend ausgewertet werden können. Auch die spezifische Belastungssituation in der FGG Elbe, die sich in den WWBF darstellt, bedingt häufig eine räumliche und/oder zeitliche Entkoppelung von Maßnahmenumsetzung und Maßnahmenwirkung vor allem auf die maßgeblichen biologischen Qualitätskomponenten. Die Wirksamkeit von Maßnahmen z. B. zur Nährstoffreduktion oder zur Verbesserung der Gewässerstruktur ist selbst bei einer erfolgreichen Umsetzung nur selten kurzfristig zu messen. Damit geht jedoch auch eine Unsicherheit über eine verzögerte Maßnahmenwirkung einher. In diesem Zusammenhang ist es notwendig, für die einzelnen WWBF die Strategien zur Zielerreichung weiterzuentwickeln. Diese Diskussion wurde in der FGG Elbe erfolgreich geführt (vgl. Kap. 13.5) und wird weiter fortgesetzt. Hervorzuheben sind besonders die Weiterentwicklungen im Bereich der Gewässerstruktur bzw. Erfolge bei der Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit. Insbesondere bei Letzterer wird die Bedeutung der Koordination auf Ebene der FGG Elbe deutlich. Durch die Erarbeitung des Sedimentmanagementkonzeptes wurde eine entscheidende Grundlage für die zukünftige Maßnahmenableitung zur Reduzierung der Schadstoffbelastung geschaffen. In der Diskussion zur Reduzierung der Nährstoffbelastung wurden die anspruchsvollen Ziele des Meeresschutzes aufgegriffen und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für das Einzugsgebiet der Elbe aufgezeigt.

Das zweite Maßnahmenprogramm der FGG Elbe greift die identifizierten Belastungsschwerpunkte in der FGG Elbe auf (Abbildung 14.4). Durch die im Vergleich zum ersten Maßnahmenprogramm verbesserte und konkretere Datenzusammenstellung können nunmehr der geplante Maßnahmenumfang sowie die Maßnahmenschwerpunkte für den zweiten Bewirtschaftungszeitraum dargestellt werden. Neben der Fortführung von Maßnahmen aus dem ersten Maßnahmenprogramm, vor allem im Bereich der punktuellen Belastungsquellen, werden insbesondere Maßnahmen zur Reduzierung der Belastungen aus diffusen Quellen sowie durch Abflussregulierung und hydromorphologische Veränderungen geplant. Im zweiten Maßnahmenprogramm spiegeln sich die Erfahrungen und der Wissenszuwachs aus dem ersten Bewirtschaftungszeitraum wider.

Abbildung 14.4: Maßnahmenanzahl im zweiten BPZ
Abbildung 14.4: Maßnahmenanzahl im zweiten BPZ