2.2 Grundwasser

2.2.1 Belastungen und Auswirkungen auf den Zustand

Dem DPSIR-Ansatz der Europäischen Umweltagentur (Abbildung 0.1.4) entsprechend wurden die auf die Grundwasserkörper einwirkenden Belastungen und die dahinter stehenden Belastungsursachen („drivers") analysiert.

Beim Grundwasser wird nicht von signifikanten Belastungen, sondern nur von Belastungen bzw. anthropogenen Einwirkungen gesprochen. Signifikanz- oder „Abschneidekriterien“ sind nicht vorgegeben und müssen auch nicht zwingend formuliert werden. Grundsätzlich müssen alle Belastungen, von denen tatsächliche Einwirkungen auf den Grundwasserkörper ausgehen, erfasst werden und in die Analyse eingehen. Maßgeblich sind Belastungen dann, wenn sie dazu führen können, dass die nach § 47 WHG festgelegten Bewirtschaftungsziele (Art. 4 Abs. 1 b) WRRL) nicht erreicht werden. Soweit Signifikanzkriterien definiert wurden, sind diese in den Kap. 2.2.2 - 2.2.6 dargelegt.

Die Analyse der Merkmale der Flussgebietseinheit einschließlich der Überprüfung der Auswirkungen menschlicher Tätigkeiten auf den Zustand des Grundwassers im Jahr 2004 stellte in erster Linie eine Bestandsaufnahme der Ausgangssituation dar, die im Jahr 2013 zu aktualisieren war. Im Zuge dessen wurden auch die bisher festgestellten Belastungen und ihre Auswirkungen überprüft und dabei die Ergebnisse der Überwachungsprogramme für das Grundwasser einbezogen.

Als maßgeblich wurden die nachfolgend genannten Belastungsarten durch die WRRL bzw. die GrwV vorgegeben, die sich entweder auf den mengenmäßigen oder auf den chemischen Zustand bzw. auf beide auswirken können:

  • diffuse Quellen
  • Punktquellen
  • Grundwasserentnahmen und
  • Intrusionen.

Grundwasseranreicherungen spielen in der FGG Elbe als Belastung nach wie vor keine Rolle. Die Abbildung 2.7 und Tabelle 2.7 zeigen für den deutschen Teil der Flussgebietseinheit Elbe die Häufigkeit der relevanten Belastungsarten. Dabei wurde in manchen Grundwasserkörpern mehr als nur eine Belastungsart identifiziert.

Abbildung 2.7: Belastungen in Grundwasserkörpern
Abbildung 2.7: Belastungen in Grundwasserkörpern

Auf die Auswirkungen der Belastungen („impacts“), die in Abbildung 2.8 dargestellt sind, wird in Kap. 4.2.2 und 4.2.3 eingegangen.

Abbildung 2.8: Auswirkungen der Belastungen
Abbildung 2.8: Auswirkungen der Belastungen

Wegen ihrer besonderen Bedeutung für den deutschen Teil des Elbeeinzugsgebiets wurden die Belastungen mit Nährstoffen aus diffusen Quellen, mit Schadstoffen aus Altlasten sowie die Folgen des Bergbaus den wichtigen Wasserbewirtschaftungsfragen für die nächste Bewirtschaftungsperiode 2015 - 2021 zugeordnet. Häufig wirken diese Belastungsarten a priori zunächst nur auf die Grundwasserkörper, bevor sie über den Basisabfluss die ökologische und chemische Qualität der mit den Grundwasserkörpern in Verbindung stehenden Oberflächengewässer beeinflussen. Auf die Quellen und Ursachen verschiedener Belastungsarten, insbesondere die landwirtschaftliche Flächennutzung, den Bergbau sowie Altlasten, wird in den nachfolgenden Kapiteln eingegangen. Detaillierte Erläuterungen geben die Hintergrunddokumente zur Reduktion der signifikanten stofflichen Belastungen aus Nähr- und Schadstoffen sowie zur Verminderung regionaler Bergbaufolgen (s. Anhang A0-1 – Nr. 4, 5 und 9).

Tabelle 2.7: Belastungen in den Grundwasserkörpern
KOR GWK gesamt GWK mit Belastungen hinsichtlich
des mengenmäßigen Zustands
GWK mit Belastungen hinsichtlich
des chemischen Zustands
    Anzahl davon aufgrund folgender Belastung       Anzahl davon aufgrund folgender Belastung    
      Ent-
nahmen
Bergbau
andere Ent-
nahmen
Intru-
sionen
Ein-
leitung
  Diffuse
Quellen
Punkt-
quellen
Intru-
sionen
TEL 28 1 0 0 1 0 13 12 0 1
MEL 28 0 0 0 0 0 14 14 1 0
HAV* 34 10 3 7 0 0 16 16 1 0
SAL* 73 3 2 1 0 0 36 36 5 0
MES* 59 2 1 1 0 0 41 41 3 0
ODL** 3 0 0 0 0 0 0 0 0 0
BER** 1 0 0 0 0 0 0 0 0 0
HVL** 2 0 0 0 0 0 0 0 0 0
FGG gesamt 228 16 6 9 1 0 120 119 10 1

* ohne tschechische Anteile an deutschen Koordinierungsräumen
** deutscher Anteil an tschechischen Koordinierungsräumen