2.2.3 Punktquellen

Die maßgeblichen Punktquellen wurden anhand der nachstehenden, in Kapitel 3 näher erläuterten Kriterien ermittelt:

  • Schadstoffpotenzial der Quelle bzw. Stoffkonzentrationen im Grundwasser
  • Fläche, die von bekannten oder prognostizierten Überschreitungen der Grundwasserqualitätsnormen/Schwellenwerte betroffen ist/sein kann.

Altlasten

In den Koordinierungsräumen SAL und MES der FGG Elbe stellen Altlasten (Altablagerungen und Altstandorte) nach wie vor eine der beiden maßgeblichen punktuellen Belastungsarten für das Grundwasser dar. Sie sind infolge längerfristigen unsachgemäßen Umgangs mit wassergefährdenden Stoffen in der Vergangenheit entstanden. In den Großräumen Dresden, Leipzig und Zwickau überlagern sich die Schadstofffahnen mehrerer verschiedener Altlasten der ehemaligen industriellen Ballungszentren zu immer noch maßgeblichen Belastungen für die Grundwasserkörper. Weiterhin stellen auch die ausgedehnten Altstandorte der Erdöl- und Kohle-Großchemie Mitteldeutschlands von Buna und Leuna, Bitterfeld, Böhlen und Rositz noch immer eine maßgebliche Belastung der zugehörigen Grundwasserkörper dar.

Deponien

Betriebene Deponien stellen in der FGG Elbe keine maßgebliche Belastung der Grundwasserkörper dar, da die abfallrechtlichen Regelungen vorgeben, dass Abfälle so zu beseitigen sind, dass das Wohl der Allgemeinheit nicht beeinträchtigt wird. Darunter ist u. a. auch zu verstehen, dass Gewässer nicht schädlich beeinflusst werden dürfen. Ein entsprechendes Überwachungssystem stellt sicher, dass die gesetzlichen Vorgaben sowohl für kommunale als auch betriebliche Deponien eingehalten werden.

Infrastruktur der Erdöl verarbeitenden Industrie

Infrastruktureinrichtungen der aktiven Erdöl verarbeitenden Industrie sind keine maßgebliche Belastung für die Grundwasserkörper in der FGG Elbe. Entsprechende stillgelegte Einrichtungen (z. B. Tanklager, ehemals Erdöl verarbeitende Betriebe) sind den Altlasten zuzurechnen und werden dort betrachtet.

Bergbau

Bergbaubedingte punktuelle Stoffeinträge (Uranerz- und Salzgewinnungsstätten) im deutschen Elbeeinzugsgebiet wirken sich teilweise erheblich auf die Beschaffenheit des Grundwassers aus. Das Ausmaß der Belastung wurde analog zum Verfahren bei den Altlasten ermittelt und bewertet (siehe Kap. 3) und führte in jeweils einem Grundwasserkörper in den KOR MEL und SAL zu einer Einstufung als maßgebliche Belastung.

Direkteinleitungen

Direkte Einleitungen als Ursache für Grundwasserverschmutzungen spielen im deutschen Teil des Elbeeinzugsgebiets keine Rolle.

Andere maßgebliche Punktquellen wurden nicht identifiziert.