2.2.4 Grundwasserentnahmen

Bei der Analyse der Belastung wurden alle Entnahmepunkte mit Grundwasserentnahmen > 100 m³/Tag ermittelt und unabhängig vom Verwendungszweck des entnommenen Wassers berücksichtigt.

Der mengenmäßige Zustand des Grundwassers wird in allen Grundwasserkörpern überwacht. Die Beurteilung ob Grundwasserentnahmen eine Belastung für den Grundwasserkörper darstellen, die zu einer Gefährdung des „guten“ mengenmäßigen Zustands führt, erfolgt nach den Vorgaben des Sachstandsberichts zur „Fachlichen Umsetzung der WRRL, Teil 5, Bundesweit einheitliche Methode zur Beurteilung des mengenmäßigen Zustands“ der LAWA (2011) und der Aktualisierung und Anpassung der LAWA-Arbeitshilfe zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie, Teil 3, Kapitel II.1.2 – Grundwasser – (LAWA 2013b).

In der Regel werden Trendanalysen der Grundwasserstände bzw. Quellschüttungen (Ganglinienauswertungen) und Wasserbilanzbetrachtungen der Grundwasserkörper (überschlägige und ggf. detaillierte Wasserbilanz) zur Beurteilung herangezogen. Darüber hinaus sind mit dem Grundwasserkörper verbundene Oberflächenwasserkörper und grundwasserabhängige Landökosysteme sowie Salzintrusionen von Bedeutung für die Einschätzung einer Gefährdung des „guten“ mengenmäßigen Zustands. Näheres hierzu ist in Kap. 3 dargestellt.

Abbildung 2.9: Wasserwerk Sachau mit Blick auf die Elbe
Abbildung 2.9: Wasserwerk Sachau mit Blick auf die Elbe (Quelle: FGG Elbe)

Entnahmen für die Landwirtschaft

Grundwasserentnahmen für die Landwirtschaft sind als maßgebliche Belastung nur bei einem Grundwasserkörper im Koordinierungsraum Havel von Bedeutung.

Entnahmen für die öffentliche Wasserversorgung

Grundwasserentnahmen für die öffentliche Wasserversorgung zählen im gesamten deutschen Teil des Elbeeinzugsgebiets zu den wesentlichen Belastungen.

Industrielle Entnahmen

Industrielle Grundwasserentnahmen stellen in der Regel keine maßgebliche Belastungsquelle dar, außer in einem Grundwasserkörper im Koordinierungsraum Havel.

Entnahmen durch den Bergbau

Belastungen durch bergbaubedingte Entnahmen stellen nur im Mitteldeutschen und im Lausitzer Braunkohlerevier eine maßgebliche Belastung für den mengenmäßigen Zustand einiger Grundwasserkörper dar, da hier für die Braunkohleförderung im Tagebau sowie für die Rekultivierung der stillgelegten Tagebaue erhebliche Grundwassermengen entnommen werden.

Sonstige Grundwasserentnahmen

Sonstige Grundwasserentnahmen sind bis auf einen Grundwasserkörper im Koordinierungsraum Havel keine maßgebliche Belastung.