3 Risikoanalyse der Zielerreichung

3.1 Oberflächengewässer

3.1.1 Methode der Risikoabschätzung

Im Ergebnis der Überprüfung und Aktualisierung der Bestandsaufnahme gemäß Art. 5 WRRL waren bis zum 22.12.2013 die Beurteilung der Auswirkungen und die Einschätzung zur Zielerreichung bis 2021 durchzuführen (Abbildung 3.1). Die Methodik ist in der von der LAWA erarbeiteten Handlungsempfehlung - Produktdatenblatt 2.1.2 „Überprüfung und Aktualisierung der Bestandsaufnahme bis Ende 2013 - Kriterien zur Ermittlung signifikanter anthropogener Belastungen in Oberflächengewässern, Beurteilung ihrer Auswirkungen und Abschätzung der Zielerreichung bis 2021“ vom 30.01.2013 beschrieben (LAWA 2013c).

Im Vergleich zum Bewirtschaftungsplan 2009 erfolgt die Abschätzung der Zielerreichung nicht nur für den gesamten Zustand, sondern auch getrennt jeweils für den ökologischen Zustand/Potenzial und für den chemischen Zustand. Bei der aktuellen Risikoabschätzung zur Zielerreichung des „guten“ ökologischen Zustands/Potenzials werden ergänzend zu den biologischen Qualitätskomponenten auch die allgemeinen physikalisch-chemischen Parameter sowie die flussgebietsspezifischen Schadstoffe berücksichtigt.

Danach wird abgeschätzt, ob es „wahrscheinlich“ oder „unwahrscheinlich“ ist, die Bewirtschaftungsziele bis 2021 ohne ergänzende Maßnahmen zu erreichen. In den Fällen, in denen eine Abschätzung aufgrund der Datenlage schwer vornehmbar ist, wird vorerst ein „unklar“ eingestuft. Das Ergebnis der Überprüfung und Risikoabschätzung ist wesentliche Grundlage für die Maßnahmenplanung und Aktualisierung der Maßnahmenprogramme.

Abbildung 3.1: Schema der Risikoabschätzung gemäß LAWA 2013c
Abbildung 3.1: Schema der Risikoabschätzung gemäß LAWA 2013c

Da in fast allen Fließgewässerwasserkörpern u. a. durch den intensiven Gewässerausbau und die Belastung mit Nähr- und Schadstoffen der „gute“ ökologische Zustand verfehlt wird, war bereits im ersten Bewirtschaftungsplan abzusehen, dass das umfangreiche Maßnahmenprogramm nicht innerhalb des ersten Bewirtschaftungszeitraums umgesetzt werden kann. Es lässt sich erkennen, dass weniger Maßnahmen umgesetzt werden konnten als geplant. Die Gründe dafür sind teilweise technische Probleme (mangelnde Flächenverfügbarkeit, großer Planungs- und Genehmigungsumfang), natürliche Bedingungen (die Wirkung der Maßnahmen ist erst mittelfristig feststellbar) und in Einzelfällen begrenzte Mittel für die Umsetzung der Maßnahmen (unverhältnismäßig hohe Kosten). Für den zweiten Bewirtschaftungszeitraum und auch für den dritten Bewirtschaftungszeitraum sind an vielen Wasserkörpern Maßnahmen vorgesehen.