3.2.1.1 Diffuse Quellen

Die Beurteilung von Belastungen aus diffusen Quellen erfolgte entsprechend der CIS-Leitfäden Nr. 3 und Nr. 26 sowie der o. g. LAWA-Arbeitshilfe (2013c). Folgendes grundsätzliche Vorgehen lag demnach der Risikobeurteilung zu Grunde:

  • Erfassung der diffusen Quellen, die eine Belastung des Grundwassers hervorrufen können
  • Bewertung (im Sinne einer Abschätzung) der Gesamtheit der Belastungen mit gleichen Schadstoffen hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf den Grundwasserkörper.

In die Risikoanalyse zu diffusen Stoffeinträgen flossen sowohl Emissions- als auch Immissionsdaten ein.

Für die diffus über den Luftpfad eingetragenen Stoffe lieferten vor allem die flächendeckend und räumlich detaillierten Eingangsdaten zu atmosphärischen Stickstoffeinträgen in Deutschland des Umweltbundesamtes (UBA 2007) eine wesentliche Bewertungsgrundlage zum vorhandenen Risiko.

Datengrundlage für die diffusen Schadstoffquellen aus der landwirtschaftlichen und urbanen Flächennutzung bilden einerseits Kenntnisse über Emissionen, z. B. aus Landnutzungsdaten und die Agrarstatistik. Andererseits wurden aber auch Immissionsdaten (Grundwassermesswerte), die diffusen Quellen zugeordnet werden konnten, zur Beurteilung herangezogen. Darüber hinaus lagen aus Modellrechnungen flächendeckend, in unterschiedlicher räumlicher Auflösung Informationen zu Phosphor- und Stickstoffimmissionen vor.

Für die Risikoanalyse zu diffusen Stickstoffeinträgen kamen verschiedene Ansätze gemäß LAWA (2013b) zur Anwendung, die sich hinsichtlich ihrer Komplexität unterscheiden. Das sind sowohl „einfache“ Emissionsbetrachtungen, z. B. über die Landnutzung bzw. über den N-Bilanz-Überschuss, als auch kombinierte Emissions- und Immissionsbetrachtungen.

Welcher der Ansätze letztendlich angewendet wurde, hing von den jeweiligen Verhältnissen (Art der Grundwasserleiter, Heterogenität der hydrogeologischen Verhältnisse, Landnutzung usw.) und vor allem von der Datenlage ab.