3.2.1.3 Grundwasserentnahmen

Nach LAWA (2013b) erfolgt die grundlegende Beurteilung des Risikos, den „guten“ mengenmäßigen Zustand 2021 zu verfehlen, anhand des Gleichgewichts zwischen Entnahme und Neubildung (Bilanzbetrachtung). Darüber hinaus wird auch die Gefährdung von Oberflächengewässern und grundwasserabhängigen Landökosystemen durch eine Verminderung des Grundwasserzustroms oder durch Absenkungen des Grundwasserstands bewertet.

Grundlegend ist die Beurteilung, ob die Entnahmen im Gleichgewicht zur Neubildung stehen. Um dies festzustellen, kommen in der FGG Elbe beide in LAWA (2013b) angegebenen Verfahren zum Einsatz. Im Rahmen einer Bilanzbetrachtung wird ermittelt, wie hoch der Anteil der Grundwasserförderung an der Neubildung ist. Beträgt die Entnahme mehr als 10 % bis 30 %, besteht die Gefahr den „guten“ mengenmäßigen Zustand zu verfehlen. Unter bestimmten Bedingungen („ausgeglichene Bilanz“) kann der Anteil der Entnahmen an der Grundwasserneubildung auch > 30 % liegen, ohne dass ein GWK als gefährdet einzuschätzen ist.

Durch Auswertung der Entwicklung von Grundwasserständen werden Anzeichen einer Übernutzung ermittelt. Wenn auf mehr als ca. 20 % der Fläche eines Grundwasserkörpers statistisch signifikant fallende Wasserstände beobachtet werden und die Grundwasserförderung nicht im Gleichgewicht zur Neubildung steht, dann besteht ein Risiko den „guten“ mengenmäßigen Zustand zu verfehlen.

Schließlich wird die Gefährdung von Oberflächengewässern und grundwasserabhängigen Landökosystemen durch Grundwasserentnahmen eingeschätzt. Sofern erforderlich, wurden weitere Informationen, beispielsweise hinsichtlich geologischer oder hydrogeologischer Merkmale der Grundwasserleiter bzw. ihrer Überdeckung, in die Abschätzung einbezogen. Sollte die Zielerreichung eines solchen Gebietes gefährdet sein, so kann auch dies dazu führen, dass ein Grundwasserkörper als gefährdet zu bewerten ist.