4.2.1.2 Überwachung des chemischen Zustands des Grundwassers

4.2.1.2.1 Überblicksweise Überwachung

Die Auswahl der Messstellen für die überblicksweise Überwachung erfolgte in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Analyse der Belastungen und Auswirkungen unter Berücksichtigung des konzeptionellen Modells des Grundwasserkörpers und der spezifischen Eigenschaften der relevanten Schadstoffe. Das so abgeleitete Überwachungsnetz ist repräsentativ für jeden Grundwasserkörper bzw. jede Grundwasserkörpergruppe. Wegen der unterschiedlichen hydrogeologischen Bedingungen war es fachlich nicht vertretbar, eine einheitliche Dichte des Überwachungsnetzes festzulegen. Die Messstellen für die überblicksweise Überwachung des chemischen Zustands des Grundwassers sind in Karte 4.5 (für FGG und Koordinierungsräume) dargestellt. In der Karte für den deutschen Anteil der Flussgebietseinheit Elbe sind aus kartografischen Gründen nur die Grundwasserkörper in Hauptgrundwasserleitern und ihre Messstellen zur überblicksweisen Überwachung dargestellt.

Tabelle 4.8 verdeutlicht, welche Parameter bei der überblicksweisen Überwachung insbesondere gemessen werden.

Für die überblicksweise Überwachung des chemischen Zustands des Grundwassers werden insgesamt 1.187 Messstellen genutzt. Weitergehende statistische Angaben zur überblicksweisen Überwachung des chemischen Zustands des Grundwassers sind in der Tabelle 4.9 aufgeführt.

Tabelle 4.8: Parameter bei der überblicksweisen Überwachung
Parameter Erläuterung
pH-Wert
Leitfähigkeit
Sauerstoff
Parameter nach Anlage 4 der GrwV bzw. Anhang V Nr. 2.4.2 der WRRL
Nitrat
Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln und Biozidprodukten einschließlich relevanter Stoffwechsel-, Abbau- und Reaktionsprodukte
Parameter nach Anlage 2 der GrwV bzw. Anhang I der GWRL
Arsen
Cadmium
Blei
Quecksilber
Ammonium
Chlorid
Sulfat
Summe aus Tri- und Tetrachlorethylen
Parameter nach Anlage 2 der GrwV bzw. Anhang II Teil B der GWRL
Kalzium
Magnesium
Natrium
Kalium
Säurekapazität bis pH 4,3 bzw. Hydrogencarbonat
Hauptinhaltsstoffe

 

Tabelle 4.9: Messnetz zur überblicksweisen Überwachung des chemischen Zustands des Grundwassers
  Gesamtanzahl aller GWK

Gesamtfläche aller GWK
[km2]

Gesamtanzahl der Messstellen Gesamtanzahl der bemessenen GWK

Gesamtfläche der bemessenen GWK
[km2]

durchschnittliche Anzahl Messstellen pro bemessenem GWK

Messnetzdichte bezogen auf alle GWK
[km2 pro
Messstelle]

GWK im Hauptgrundwasserleiter 224 95.776 1.134 195 86.796 5,82 76,54
Obere GWK 0 0 0 0 0 0 0
Tiefe GWK 4 3.765 53 4 3.765 13,25 71,03
FGG gesamt 228 99.541 1.187 199 90.561 5,96 76,29

 

4.2.1.2.2 Operative Überwachung

Die operative Überwachung wird in den Zeiträumen zwischen den Programmen für die überblicksweise Überwachung durchgeführt. Ziel der operativen Überwachung ist es, das Verhalten der für die Gefährdung maßgeblichen Schadstoffe im Grundwasser sowie maßgebliche Stoffeinträge in die Oberflächengewässer zu beobachten. Die Auswahl repräsentativer Messstellen für das operative Überwachungsmessnetz berücksichtigt neben den Auswahlkriterien für überblicksweise Messstellen auch die Untersuchungsbefunde der überblicksweisen Überwachung. Für die Zwecke der operativen Überwachung werden in vielen Grundwasserkörpern die Messstellen der überblicksweisen Überwachung genutzt; je nach Bedarf kann das Messnetz durch weitere Beobachtungsstellen verdichtet werden. Die Überwachung der Grundwasserkörper ergab, dass zahlreiche Grundwasserkörper, die im Zuge der Bestandsaufnahme nach Art. 5 WRRL bzw. Anlage 1 der Grundwasserverordnung Ende 2013 als gefährdet eingestuft wurden, einen „guten“ Zustand aufweisen. In diesen Grundwasserkörpern wurden Messstellen der operativen Überwachung zum Teil in Messstellen zur überblicksweisen Überwachung umgewandelt. In Sachsen-Anhalt werden zusätzlich zu den Grundwassermessstellen Informationspunkte (virtuelle Messpunkte) unterhalten, diese repräsentieren die Erkenntnisse von Grundwassermessnetzen mit rund 300 Messstellen im Bereich von Altlasten.

Die Messstellen für die operative Überwachung des chemischen Zustands sind im Anhang in Karte 4.5 für die Koordinierungsräume dargestellt; aus kartografischen Gründen kann in der Darstellung nicht zwischen Messstellen und Informationspunkten differenziert werden.

Für die operative Überwachung des chemischen Zustands des Grundwassers werden insgesamt 1.438 Messstellen (einschließlich rund 2 % Informationspunkte) genutzt. Weitergehende statistische Angaben zur operativen Überwachung des chemischen Zustands des Grundwassers sind in der Tabelle 4.10 aufgeführt.

Die operative Überwachung des chemischen Zustands sieht jedes Jahr hydrochemische Untersuchungen vor. Der mindestens jährliche Untersuchungszyklus stellt sicher, dass Veränderungen der Grundwasserbeschaffenheit kurzfristig feststellbar sind und außerdem im Laufe des ersten Bewirtschaftungszeitraums bis 2015 flächendeckend hinreichende Untersuchungsbefunde für Trendermittlungen vorliegen. Die Bewertung der Untersuchungsbefunde umfasst einen Abgleich mit den EU-Qualitätsnormen bzw. Schwellenwerten; darüber hinaus wird es künftig bei Vorliegen hinreichend langer Zeitreihen von Untersuchungsbefunden in zunehmendem Maße möglich sein, die zeitliche Entwicklung der Inhaltsstoffe zu bewerten.

Tabelle 4.10: Messnetz zur operativen Überwachung des chemischen Zustands des Grundwassers (für Grundwasserkörper, die hinsichtlich der Zielerreichung als unwahrscheinlich eingestuft wurden)
  Gesamtanzahl aller GWK

Gesamtfläche aller GWK
[km2]

Gesamtanzahl der Messstellen/
Informationspunkte
Gesamtanzahl der bemessenen GWK*

Gesamtfläche der bemessenen GWK*
[km2]

durchschnittliche Anzahl** Messstellen pro bemessenem GWK

Messnetzdichte bezogen auf alle GWK
[km2 pro
Messstelle**]

GWK im Hauptgrundwasserleiter 224 95.776 1.438/25 132 56.368 10,89 39,2
Obere GWK 0 0 0 0 0 0 0
Tiefe GWK 4 3.765 0 0 0 0 0
FGG gesamt 228 99.541 1.438/25 132 56.368 10,89 39,2

* Grundwasserkörper, die hinsichtlich der Zielerreichung als unwahrscheinlich eingestuft wurden
** bezogen auf Messstellen und Informationspunkte