6.2.3 Aktualisierte Beschreibung der Bedeutung der sonstigen Wassernutzungen

Nichtöffentliche Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung

Insgesamt wurden im Jahr 2010 ca. 4,4 Mrd. m³ Wasser (davon 85 % Oberflächenwasser) nichtöffentlich zur Eigenversorgung gewonnen, davon 97,5 % im produzierenden Gewerbe, 2 % in der Landwirtschaft und 0,5 % im Dienstleistungsbereich. Ca. 70 % (3,0 Mrd. m³) des im produzierenden Gewerbe gewonnenen Brauchwassers wird für die Energieversorgung (Kühlwasser) eingesetzt. In Niedersachsen und Schleswig-Holstein stellen Beregnungsverbände (überwiegend dem Wirtschaftszweig Landwirtschaft zugeordnet) Brauchwasser für die Bewässerung bereit.

Nichtbehandlungsbedürftiges industrielles Abwasser und ungenutztes Wasser wird unabhängig von der öffentlichen Abwasserentsorgung unbehandelt direkt ins Gewässer eingeleitet. Behandlungsbedürftiges Abwasser aus dem produzierenden Gewerbe wird nach Reinigung in betriebseigenen Abwasserbehandlungsanlagen z. T. direkt in ein Gewässer eingeleitet.

Nutzung der Land- u. Forstwirtschaft, Fischerei

In der FGG Elbe werden ca. 50 % der Fläche (4,8 Mio. ha) landwirtschaftlich genutzt (davon 76 % als Ackerland, 2 % als Grünland). Die Bruttowertschöpfung (BWS) des Primärsektors „Land- und Forstwirtschaft und Fischerei“ belief sich im Jahr 2010 auf 4,3 Mrd. EUR (entspricht 1 % der BWS aller Wirtschaftsbereiche in der FGG Elbe). Die Fischerei hat einen geringeren Stellenwert als die Land- und Forstwirtschaft, ist aber in einigen Bundesländern trotzdem von größerer Bedeutung.

Nutzung der Energiewirtschaft

In der Energiewirtschaft wird Wasser hauptsächlich zur Kühlung (Wärmekraftwerke) und zur Erzeugung von Energie aus Wasserkraft genutzt. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft lag im Jahr 2010 in Deutschland bei 20.953 Mio. kWh. Dabei erzeugten ca. 6% der Wasserkraftanlagen 90 % der Energie.

Nutzung durch die Schifffahrt

Die Nutzung der Elbe und ihrer Nebenflüsse als Wasserstraße stellt ebenso wie die Energiegewinnung, die Wasserversorgung oder der Hochwasserschutz einen wesentlichen Bestandteil der Gewässerbewirtschaftung dar. Neben der Elbe gibt es weitere 25 Gewässer sowie deren Nebengewässer und Seenflächen im deutschen Einzugsgebiet der Elbe, die als Bundeswasserstraßen von der Schifffahrt genutzt werden.

Von großer wirtschaftlicher Bedeutung ist der Hamburger Hafen (rd. 72 km² Fläche) an der Unterelbe. Mit einem Seegüterumschlag von insgesamt 139,6 Mio. Tonnen (2013) ist er der größte deutsche Seehafen.

Nutzung für den Hochwasserschutz

Die Nutzung für den Hochwasserschutz erfolgt im Rahmen der Umsetzung der EU- Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL), die 2007 in Kraft getreten ist.

Braunkohlentagebau

In der FGG Elbe wird im Lausitzer Revier und im Mitteldeutschen Revier Braunkohle im Tagebau gefördert. Die wesentlichen Auswirkungen des Braunkohleabbaus im Tagebau auf den Wasserhaushalt sind die Absenkung des Grundwassers und die Auswirkungen nach Wiederanstieg des Wassers (Gewässerbelastung mit Eisen, Säuren, Sulfat, Entstehung von Restseen). Geeignete Gegenmaßnahmen reduzieren diese Probleme soweit wie möglich.

Wasserbezogener Tourismus

Unter sonstigen Wassernutzungen wird in der Langfassung der WA Elbe (Anhang A6-1) auch der wasserbezogene Tourismus angesprochen.