6.3.2 Entwicklung gesamtwirtschaftlicher Kennzahlen

Landnutzung

Es ist ein formuliertes Ziel der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, bis zum Jahr 2020 die tägliche Inanspruchnahme neuer Siedlungs- und Verkehrsflächen deutschlandweit auf 30 ha/Tag zu reduzieren. Im Zeitraum von 2009 bis 2012 wurden in Deutschland für den Bau neuer „Siedlungs- und Verkehrsflächen" noch rd. 74 ha/Tag Freifläche in Anspruch genommen – hiervon kann rund die Hälfte als vollständig versiegelt angenommen werden.

Der spezifische Flächenverbrauch in den an der FGG Elbe beteiligten Ländern ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Während im Jahre 2012 in Niedersachen bspw. noch nahezu 10 ha/d verbraucht wurden, geht man in Sachsen Anhalt sogar von einer negativen Flächenentwicklung aus. Inwieweit es gelingt, bis zum Jahr 2020 die tägliche Inanspruchnahme neuer Siedlungs- und Verkehrsflächen deutschlandweit auf 30 ha/Tag zu reduzieren, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Hier spielen auch in den Ländern der FGG Elbe insbesondere die demographische Entwicklung, Zuzugsregelungen, die Struktur der Privathaushalte und die Einkommensentwicklung eine maßgebliche Rolle.

Bevölkerung

Im Jahre 2010 lebten im deutschen Teil des Elbeeinzugsgebiets ca. 18,1 Mio. Einwohner. Für das Bezugsjahr 2020 kann auf dieser Berechnungsgrundlage eine Einwohnerzahl für die FGG Elbe von ca. 17,36 Mio. erwartet werden, was einem Rückgang von 4,2 % bzw. ca. 760.010 Menschen entspricht.

Wirtschaft

Die Bruttowertschöpfung im deutschen Einzugsgebiet der Elbe ist laut Daten der Statistischen Landesämter seit 2001 von ca. 347 Mrd. EUR auf knapp 423 Mrd. EUR in 2010 angestiegen. Dies entspricht einem Anstieg von ca. 21,9 % gegenüber ca. 18,1 % im gesamtdeutschen Vergleich. Auf Ebene der einzelnen Bundesländer der FFG Elbe gibt es durchgehend eine positive, regional aber stark unterschiedliche Entwicklung der Bruttowertschöpfung.

Der Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren insgesamt positiv in der FGG Elbe entwickelt. Von 2001 bis 2010 stieg die Zahl der Erwerbstätigen um 10,66 % auf ca. 8,54 Mio. Personen an. Auffällig ist zudem, dass auf Kosten des produzierenden Sektors und der Landwirtschaft in der FGG Elbe eine Entwicklung zur Dienstleistungsgesellschaft hin stattfindet. Dieser Trend wird sich auch bis 2021 voraussichtlich weiter fortsetzen.

Für die Entwicklung der Erwerbspersonenzahl bis zum Jahre 2030 kann aufgrund des allgemeinen Trends in Deutschland (minus 3,5 %) davon ausgegangen werden, dass die Anzahl der Erwerbstätigen auch in der FGG Elbe absolut gesehen rückläufig sein wird. Hier ist allerdings zu beachten, dass aufgrund der regionalen Gegebenheiten (Ballungsraum, Stadtstaat, ländlicher Raum, Flächenstaat) die Entwicklungen regional unterschiedlich ausfallen werden.