6.3.5 Entwicklung der Wassernachfrage (Haushalte, Industrie, Landwirtschaft)

Haushalte

Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von Trinkwasser ist in Deutschland seit 1991 von ca. 147 Liter pro Einwohner um ca. 17 % auf 122 Liter pro Einwohner gesunken. Auch in der FGG Elbe ist der langfristige Trend des Pro-Kopf-Verbrauchs seit Jahren rückläufig, der Verbrauch ist jedoch sehr unterschiedlich (von kleiner 80 l/(E*d) bis größer 120 l/(E*d)) und hängt von den räumlichen Gegebenheiten ab.

Langfristig wird die Trinkwassernachfrage weiterhin rückläufig sein, wobei der absolute Rückgang sehr viel geringer als in der Vergangenheit ausfallen wird. Allgemein gilt jedoch, dass die Trinkwasserversorgung vor anderen Wassernutzungen Vorrang hat.

Industrie

Studien zur Abschätzung der Entwicklung des industriellen Wassereinsatzes bis 2020 zeigen, dass in den unterschiedlichen Industriebranchen in den letzten Jahren zahlreiche technische Ansätze zur weitergehenden Abwasseraufbereitung, zur weiteren Reduktion des Wasserverbrauchs und zum Ausbau der Schließung von Wasserkreisläufen entwickelt und umgesetzt wurden und auch zukünftig erwartet werden. Bis zum Jahr 2020 werden branchenspezifisch unterschiedliche Entwicklungen hinsichtlich des spezifischen Wasserintensitätsfaktors erwartet und teilweise Rückgänge von bis zu 50 % angenommen. Die sehr großen Flusswassermengen in Schleswig-Holstein werden im Wesentlichen als Kühlwasser zur Stromerzeugung eingesetzt. Da diese Mengen aber zu einem großen Anteil durch die drei an der Elbe gelegenen Atomkraftwerke Brunsbüttel, Brokdorf und Krümmel verursacht werden, ist abzusehen, dass diese Mengen aufgrund des Atomausstiegs nach dem Erfassungsjahr 2010 stark absinken werden.

Landwirtschaft

Aufgrund der klimawandelbedingten mittelfristig geringeren Niederschläge im Sommer ist mit einer Zunahme der Bewässerung zu rechnen. Inwieweit dieser Zunahme eine Anwendung verbesserter Bewässerungstechniken entgegenwirken kann, bleibt abzuwarten. Auch in diesem Punkt werden die Erfordernisse großen regionalen Unterschieden unterworfen sein.