6.3.8 Sonstige Wassernutzungen

Entwicklung der Wasserkraft

Für die Elbe gehen die Wissenschaftler davon aus, dass das technische Zubaupotenzial bei ca. 200 MW mit einer Jahresarbeit von ca. 1 TWh liegt. Zur Nutzung dieses Potenzials wären allerdings erhebliche Eingriffe in das „naturnahe" System Elbe erforderlich, die derzeit nicht realisierbar, sinnvoll und genehmigungsfähig erscheinen. Eine Realisierung des theoretischen Potenzials würde zudem einen erheblichen Einfluss auf die Umsetzung der WRRL bedeuten, bspw. was die „Sicherung der Durchgängigkeit" der Gewässer betrifft.

Entwicklung der Schifffahrt

Derzeitige Prognosen zeigen, dass die deutschlandweite Binnenschifffahrt nur einen geringen Teil des erwarteten Wachstums im Güterverkehr einnehmen wird. Dieses Wachstum wird sich auch auf den Hinterlandverkehr des Hamburger Hafens auswirken. Im Container-Hinterlandverkehr des Hamburger Hafens wurden 2013 rund 5,4 Mio. EU-Standardcontainer (TEU, 20 Fuß-ISO Container, entspricht 6,058m x 2,438m x 2,591m) bewegt, davon entfielen 1,7% auf Transporte mit dem Binnenschiff. Für 2030 wird ein Anstieg auf rund 9,3 Mio. TEU prognostiziert. Daran kann der Transport über die Binnenschifffahrt einen Anteil von 2,5% erreichen. Im Massengut-Hinterlandverkehr des Hamburger Hafens wurden 2013 rund 28,9 Mio. Tonnen bewegt, davon entfielen knapp 24% auf Transporte mit dem Binnenschiff. Für 2030 wird ein leichter Rückgang auf 27,4 Mio. Tonnen prognostiziert. Für das Binnenschiff wird ein Anteil von rund 23% daran erwartet (schriftliche Mitteilung HPA, 22.06.2015).

Entwicklung des Hochwasserschutzes

Die prognostizierten Auswirkungen des Klimawandels lassen eine Zunahme des Hochwasserrisikos erwarten: häufigere, höhere und länger andauernde Abflüsse, die oft nur regional auftreten, sind die Folge. Planungen und Konzeptionen sind auf diese Entwicklungen hin regelmäßig zu überprüfen und fortzuschreiben. Dies wird bereits im Rahmen der Aufstellung der HWRM-Pläne verfolgt, um dadurch den zukünftigen Trends Rechnung zu tragen.

Entwicklung des Bergbaus

Der Braunkohleabbau hat aufgrund seiner Bedeutung als Rohstoffgewinnung für die Energieerzeugung auch in Zukunft eine wichtige Bedeutung. Daher muss auch weiterhin in den betroffenen Regionen mit einer daraus resultierenden Belastung der Grund- und Oberflächengewässer gerechnet werden.

Der aktive und inaktive Tagebau wirkt sich auch zukünftig auf den quantitativen Zustand signifikant im Bereich der Flusseinzugsgebiete Saale, Schwarze Elster und Spree aus. Hierbei wird bspw. im Sanierungsbergbau Wasser der fließenden Welle zur Flutung der Tagebaurestseen genutzt, während im Aktivbergbau gehobenes Grundwasser in die Vorfluter oder teilweise auch in Restlöcher abgegeben wird.

Der aktive Kalibergbau wird fortgeführt. Hierfür ist eine Haldenerweiterung bis zum Jahr 2020 vorgesehen.

Auf die Auswirkungen des Kali-Altbergbaus für das Oberflächenwasser im thüringischen Südharzrevier wird mit Sanierungsmaßnahmen (geplant und noch zu planen) reagiert. Auch den Folgen für das Grundwasser wird zukünftig mit weiteren Untersuchungen und Maßnahmen begegnet.