Glossar

 A 
Aktionsplan Hochwasserschutz Elbe Grundsatz- und Maßnahmenprogramm für einen verbesserten Hochwasserschutz im Einzugsgebiet der Elbe sowie für die Unterläufe der Hauptnebenflüsse Moldau, Eger, Schwarze Elster, Mulde, Saale und Havel.
 Ästuar Trichterartige Erweiterung einer Flussmündung, die vom Kontinent aus Süßwasserzufuhr hat und in welche das Meerwasser mit seiner Gezeitenerscheinung bis in das süßwasserführende Becken bzw. Trichter oder Kanal eindringt. Somit kommt es zur Mischung von Süßwasser und Salzwasser. In Ästuaren fließt das Wasser alternierend mit dem Rhythmus der Gezeiten periodisch in zwei Richtungen: mit der Flut in Flussmündung, mit der Ebbe zum Meer.
 B 
 Bemessungswasserstand ist der höchste aus langjähriger Beobachtung ermittelte Grund- oder Hochwasserstand.
 Bewirtschaftungseinheit  Als zentrale Bewirtschaftungs- und Bewertungseinheit werden nach WRRL die sogenannten Oberflächenwasserkörper (Wasserkörper) bezeichnet.
 C 
 D 
 E 
 Einzugsgebiet Gebiet, aus dem einem Oberflächengewässer oder Grundwasserkörper das Wasser zufließt, begrenzt durch Wasserscheiden. Die Grenzen der Einzugsgebiete von Oberflächengewässern und Grundwasserkörpern stimmen aufgrund geologischer Verhältnisse häufig aber nicht immer überein.
 F 
 Flussgebietseinheit Haupteinheit für die Bewirtschaftung von Einzugsgebieten; festgelegtes Land- oder Meeresgebiet, das aus einem oder mehreren benachbarten Einzugsgebieten und den ihnen zugeordneten Grundwässern und Küstengewässern besteht.
 G 
 H 
 Hochwasserabflussquerschnitt beschreibt die Ausweitungsfläche des Flussbettes und des Wasserabflusses bei einem Hochwasserereignis.
 Hochwassergefahrenkarten erfassen die geografischen Gebiete, die überflutet werden können. Dabei wird in drei Szenarien unterschieden: Szenarien für Extremereignisse, Szenarien für Hochwasser mit mittlerer Wahrscheinlichkeit, Szenarien mit hoher Wahrscheinlichkeit.
 Hochwasserrisikogebiet Ausgewiesenes Gebiet, für das ein potenziell signifikantes Hochwasserrisiko besteht oder künftig zu erwarten ist. 
 Hochwasserrisikokarten verzeichnen potenzielle hochwasserbedingte nachteilige Auswirkungen nach den unter → Hochwassergefahrenkarten beschriebenen Szenarien.
 Hochwasserrisikomanagement Ein Hochwasserrisikomanagement hat die Vermeidung sowie Verringerung nachteiliger Hochwasserfolgen für bestimmte Schutzgüter zum Ziel und umfasst entsprechende Maßnahmen und deren Planungen für den vorsorgenden Bereich des Hochwassermanagements, die Vorbereitung auf ein Hochwasserereignis, die Bewältigung des eigentlichen Hochwasserereignisses, die Nachbereitung eines Hochwasserereignisses sowie den Wiederaufbau nach einem Hochwasserereignis.
 HQ bezeichnet ein statistisch gesehen alle 100 Jahre auftretendes Hochwasserereignis.
Hydrologie umfasst die Erforschung des Wassers des festen Landes über, auf und unter der Erdoberfläche hinsichtlich seiner Verteilung in Räumen und Zeit, seiner Zirkulation und seinen physikalischen, chemischen sowie biologisch verursachten Eigenschaften und Wirkungen. Die Wechselwirkungen zwischen den natürlichen Voraussetzungen und den auf diese zurückwirkende anthropogenen Einflüssen sind eingeschlossen.
 I 
 J 
 K 
 Koordinierungsraum ist ein nach hydrologischen Kriterien abgegrenzter Teil einer großen Flussgebietseinheit mit ähnlichen landschaftsräumlichen Bedingungen, in dem bestimmte Umsetzungsschritte der HWRM-RL koordiniert werden (engl. sub-unit).
 L 
 M 
 Maßnahme Geplantes Vorhaben zur Minderung des Hochwasserrisikos; dazu gehören im weiteren Sinne z. B. auch Rechtsinstrumente, administrative Instrumente oder wirtschaftliche Instrumente.
 Maßnahmenkatalog Bundesweit vereinheitlichte Liste möglicher ergänzender Maßnahmen zur Aufstellung der Maßnahmenprogramme und zur Berichterstattung an die EU-Kommission.
 N 
 O 
 Öffentlichkeitsbeteiligung bedeutet im Allgemeinen, dass der Bevölkerung die Möglichkeit gegeben wird, auf die Ergebnisse von Planungen und Arbeitsprozessen in Form von Anhörungsverfahren, Diskussionsforen, etc. der Behörden Einfluss zu nehmen.
 P 
 Planungseinheit Gebietskulisse für die Maßnahmenplanung; größere, aus Oberflächenwasserkörpern bestehende, nach hydrologischen Gesichtspunkten abgegrenzte Teile einer Flussgebietseinheit; abgegrenzt auch an nationalen und Koordinierungsraumgrenzen.
 Q 
 R 
 Reporting-Sheets Formulare mit inhaltlichen Vorgaben für die Berichterstattung an die Europäische Kommission zur Umsetzung der HWRM-RL über das elektronische Informationssystem WISE („Water Information System Europe“).
 Regionalplan Die Regionalplanung konkretisiert die Ziele von Raumordnung und Landesplanung für die Entwicklung von Teilräumen des jeweiligen Bundeslandes in sog. Regionalplänen, die auf entsprechenden landesrechtlichen Vorschriften basieren. Die regionalen Planungsgemeinschaften werden von den Gemeinden und Gemeindeverbänden getragen.
 Raumordnungsplan Bei einem Raumordnungsplan handelt es sich um das zentrale Planungsinstrument für die Landesplanung. Zu den Raumordnungsplänen zählen eine Vielzahl von Plänen und Plantypen, beispielsweise der Landesentwicklungsplan oder Regionalpläne.
Raumordnungsprogramm  Die Konkretisierung und Darstellung der Ziele für die räumliche Entwicklung eines Gebietes nach den Raumordnungsgrundsätzen.
 Sedimentdynamik Unter dem Begriff Sedimentdynamik werden Transport-, Ablagerungs- und Remobilisierungsprozesse von Sedimenten zusammengefasst.
 Subsidiaritätsprinzip Sozialstaatliches Prinzip, nach der die jeweils kleinere Gruppe (niedrigere Ebene gesellschaftlicher Organisation) mit Vorrang vor der größeren Gruppe (höheren Ebene) alle Aufgaben übernehmen soll, die von ihr noch bewältigt werden können.
 Teileinzugsgebiet Ein Gebiet, aus welchem über Ströme, Flüsse oder möglichweise Seen der gesamte Oberflächenabfluss an einem bestimmten Punkt in einen Wasserlauf (normalerweise einen See oder einen Zusammenfluss von Flüssen) gelangt.
 Topografie In der Kartographie und Vermessungskunde: möglichst naturgetreue Wiedergabe von Erscheinungen der Erdoberfläche und ihre symbolhafte graphische Darstellung auf Landkarten.
Vorbehaltsgebiet  In Vorbehaltsgebieten haben bestimmte, raumbedeutsame Funktionen und Nutzungen bei der Abwägung mit konkurrierenden raumbedeutsamen Nutzungen ein besonderes Gewicht. Ein Vorbehaltsgebiet hat den Charakter von Grundsätzen der Raumordnung und ist damit der Abwägung zugänglich.
 W 
 Wasserkörper Kleinste nach WRRL zu bewirtschaftende Einheit; Nachweisraum für die Umweltziele der WRRL. Es werden Oberflächenwasserkörper (natürliche, künstliche und erheblich veränderte Wasserkörper) und Grundwasserkörper unterschieden.
 X 
 Y 
 Z