4.7 Auswertung der festgelegten Maßnahmen

Erläuterungen

Die Maßnahmen im aktualisierten Maßnahmenprogramm wurden auf Grundlage des in der LAWA abgestimmten Maßnahmenkatalogs (Version vom 24.01.2014) festgelegt. Die als LAWA-BLANO Maßnahmenkatalog fortgeschriebene Version ist im Anhang M1 dargestellt (LAWA 2015). Die Auswertung in den Anhängen M2 und M3 enthält keine Aussagen zur Häufigkeit der innerhalb eines Koordinierungsraums festgelegten Maßnahmen, sondern stellt die Anzahl an Wasserkörpern dar, in denen die Maßnahmen generell geplant sind.

Die Maßnahmentabellen im Anhang M4 stellen festgelegte Maßnahmen zur Verbesserung des Zustandes der Oberflächengewässer und des Grundwassers im deutschen Teil des Elbeeinzugsgebietes für jeden Wasserkörper dar. In diesen Tabellen ist auch die Anzahl der festgelegten Maßnahmen ersichtlich.

Eine erste zusammenfassende Auswertung der Maßnahmen mit Bezug auf die von der EU-KOM festgelegten Schlüsselmaßnahmen (KTM) wurde im Zwischenbericht zum Maßnahmenprogramm 2012 vorgenommen (FGG Elbe 2012).

Oberflächengewässer

Von den fast 80 Maßnahmentypen zur Verbesserung des Zustandes der Oberflächengewässer aus dem Maßnahmenkatalog werden im Elbeeinzugsgebiet 65 angewendet (vgl. Anhang M1). Insgesamt sind im 2. BPZ fast 25.500 Maßnahmen in Oberflächenwasserkörpern der FGG Elbe vorgesehen. Davon stammen ca. 6.500 Maßnahmen aus dem 1. BPZ, die noch nicht abgeschlossen wurden und deshalb im 2. BPZ fortgeführt und beendet werden sollen. Darüber hinaus sind noch ca. 19.000 neue Maßnahmen geplant. Die Vielzahl der zahlreichen neu geplanten Maßnahmen ist darin begründet, dass mittlerweile eine genauere Bewertung des Zustands der Wasserkörper und der Belastungssituation möglich ist. Darüber hinaus konnten im Vergleich zum vorangegangenen Bewirtschaftungszeitraum u. a. Unsicherheiten bei der Wirkung von Maßnahmen ausgeräumt werden, was die Aufnahme einer Vielzahl von Maßnahmen ermöglicht hat. Weiterhin wurden im Ergebnis der neuen Erkenntnisse entsprechende Schwerpunkte gesetzt.

Abbildung 4.1 gibt einen Überblick über die Anzahl der Maßnahmen bezogen auf die jeweils signifikante Belastung. Die geplanten Maßnahmen beziehen sich im Binnenland auf Fließ- und Standgewässer und im Küstenbereich auf Übergangs- und Küstengewässer. Sie wurden aufgrund von Belastungen durch Punktquellen, diffuse Quellen, Wasserentnahmen, Abflussregulierungen und morphologischen Veränderungen sowie anderer anthropogener Auswirkungen festgelegt, welche im Einzugsgebiet der Elbe u. a. als überregional wichtige Wasserbewirtschaftungsfragen definiert wurden.

Abbildung 4.1: Anzahl der aus dem Maßnahmenprogramm 2009 fortgeführten und neuen Maßnahmen in OWK nach Belastungen
Abbildung 4.1: Anzahl der aus dem Maßnahmenprogramm 2009 fortgeführten und neuen Maßnahmen in OWK nach Belastungen

Die folgende Abbildung 4.2 zeigt die prozentual am häufigsten durchgeführten Maßnahmen zur Verbesserung des Zustands der Oberflächengewässer in den jeweiligen deutschen Koordinierungsräumen bzw. den deutschen Anteilen von Koordinierungsräumen unter tschechischer Federführung. Im Anschluss werden die durchgeführten Maßnahmentypen in Bezug auf die signifikante Belastung und die Häufigkeit der Durchführung dieser Maßnahmen in der FGG Elbe näher erläutert. Im deutschen Anteil des Koordinierungsraums Obere Moldau (HVL) werden keine Maßnahmen in den Oberflächengewässern durchgeführt.

Abbildung 4.2: Anteil der Maßnahmen in OWK nach Belastungen und Koordinierungsräumen
Abbildung 4.2: Anteil der Maßnahmen in OWK nach Belastungen und Koordinierungsräumen

Abflussregulierungen und morphologische Veränderungen sind auch weiterhin eine der herausragenden signifikanten Belastungen im Elbeeinzugsgebiet, die eine prioritäre Maßnahmenplanung erfordern. Bezogen auf das gesamte deutsche Elbeeinzugsgebiet werden für diesen Schwerpunkt auch im 2. BPZ die meisten Maßnahmen (ca. 14.500) durchgeführt. Die am häufigsten vertretenen Maßnahmen sind

  • 3.904 Maßnahmen zur Herstellung/Verbesserung der linearen Durchgängigkeit an Staustufen/ Flusssperren, Abstürzen, Durchlässen und sonstigen wasserbaulichen Anlagen in 1.142 OWK, von denen einzelne Maßnahmen weiterer Prüfungen bedürfen, so dass deren Umsetzung erst im 3. Bewirtschaftungszeitraum angestrebt werden kann,
  • 1.628 Maßnahmen zur Habitatverbesserung im Uferbereich (z. B. Gehölzentwicklung) in 923 OWK,
  • 1.428 Maßnahmen zur Habitatverbesserung im Gewässer durch Laufveränderung, Ufer- oder Sohlgestaltung in 739 OWK,
  • 1.407 Maßnahmen zur Habitatverbesserung durch Initiieren/Zulassen einer eigendynamischen Gewässerentwicklung in 976 OWK,
  • 1.224 Maßnahmen zur Habitatverbesserung im vorhandenen Profil in 644 OWK,
  • 947 Maßnahmen zur Anpassung/Optimierung der Gewässerunterhaltung in 762 OWK,
  • 672 Maßnahmen zur Auenentwicklung und zur Verbesserung von Habitaten in 431 OWK,
  • 500 Maßnahmen zum Anschluss von Seitengewässern, Altarmen (Quervernetzung) in 374 OWK sowie
  • 477 Maßnahmen zur Verbesserung des Geschiebehaushaltes bzw. Sedimentmanagement in 336 OWK,
  • 420 technische und betriebliche Maßnahmen vorrangig zum Fischschutz an wasserbaulichen Anlagen in 301 OWK.

Zur Ausrichtung auf ein nachhaltiges Wassermengenmanagement sind im deutschen Einzugsgebiet der Elbe 187 Maßnahmen zur Gewährleistung des erforderlichen Mindestabflusses in 151 OWK sowie 308 Maßnahmen zur Förderung des natürlichen Wasserrückhalts in 242 OWK geplant.

Zudem stellen Maßnahmen zur Reduzierung von Belastungen in Oberflächengewässern aus diffusen Quellen auch zukünftig einen bedeutenden Schwerpunkt dar. Im deutschen Einzugsgebiet der Elbe werden v. a. Maßnahmen auf landwirtschaftlicher Ebene durchgeführt. Die am häufigsten vertretenen Maßnahmen sind

  • 1.644 Maßnahmen zur Reduzierung der Nährstoff- und Feinmaterialeinträge durch Erosion und Abschwemmung aus der Landwirtschaft in 1.639 OWK,
  • 1.420 Maßnahmen zur Reduzierung der auswaschungsbedingten Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft in 1.378 OWK,
  • 620 Maßnahmen zur Reduzierung der direkten Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft in 618 OWK und
  • jeweils 520 Maßnahmen zur Vermeidung von unfallbedingten Einträgen in 514 OWK und zur Reduzierung der Belastungen aus anderen diffusen Quellen in 505 OWK.

Gewässerrandstreifen dienen der Verbesserung der Gewässerstruktur und können den ober- und unterirdischen Eintrag von Nährstoffen und den direkten Eintrag von Pflanzenschutzmitteln vermindern. Die Anforderungen an Gewässerrandstreifen sind im WHG § 38 mit fünf Metern Breite im Außenbereich spezifiziert. Darüber hinaus gibt es in den Wassergesetzen der Länder weitere Regelungen zur Breite und zu Bewirtschaftungseinschränkungen. Das Maßnahmenprogramm enthält zahlreiche Einzelmaßnahmen, bei denen Gewässerrandstreifen angelegt werden sollen. Im deutschen Teil des Elbeeinzugsgebietes werden 1.469 Maßnahmen zur Reduzierung der Stoffeinträge durch Gewässerrandstreifen an 1.329 Wasserkörpern durchgeführt. Zudem werden, wie im Abschnitt zu Abflussregulierungen und morphologische Veränderungen bereits aufgeführt, 1.628 Maßnahmen zur Verbesserung der Habitatstruktur im Uferbereich durchgeführt. Darüber hinaus haben Gewässerrandstreifen auch positive Wirkung für den Hochwasserschutz.

Die am häufigsten festgelegten Maßnahmen zur Reduzierung von Schadstoffeinträgen in Oberflächengewässern aus Punktquellen für den 2. BPZ sind

  • 2.360 Maßnahmen zum Neubau und zur Umrüstung von Kleinkläranlagen in 624 OWK,
  • 657 Maßnahmen zum Anschluss bisher nicht angeschlossener Gebiete an bestehende Kläranlagen in 396 OWK,
  • 457 Maßnahmen zum Neubau und zur Anpassung von Anlagen zur Ableitung, Behandlung und zum Rückhalt von Misch- und Niederschlagswasser in 403 OWK,
  • 154 Maßnahmen zur Optimierung der Betriebsweise kommunaler Kläranlagen in 34 OWK und
  • 107 Maßnahmen zum Ausbau kommunaler Kläranlagen zur Reduzierung der Phosphoreinträge in 90 OWK.

Maßnahmen in Bezug auf Wasserentnahmen und Maßnahmen zu anderen anthropogenen Auswirkungen wie z. B. Maßnahmen bzgl. Fischerei oder Erholungsaktivitäten spielen nur eine untergeordnete Rolle in der FGG Elbe.

Zur Reduzierung von Wasserentnahmen aus Oberflächengewässern sind im deutschen Elbeeinzugsgebiet 16 Maßnahmen in neun OWK im Bereich Landwirtschaft und Fischereiwirtschaft sowie sonstige Wasserentnahmen vorgesehen.

Neben den bisher erwähnten Belastungen sind weitere anthropogene Auswirkungen von Bedeutung, zu deren Reduzierung insgesamt 145 Maßnahmen durchgeführt werden. Als bedeutendste Maßnahmen aus diesem Bereich werden 72 Maßnahmen zur Reduzierung der Belastungen infolge Fischzucht in 64 Oberflächenwasserkörpern, 14 Maßnahmen zur Reduzierung der Belastungen infolge Landentwässerung in 11 OWK und 29 Maßnahmen zur Eindämmung eingeschleppter Spezies in 21 Oberflächenwasserkörpern durchgeführt.

Darüber hinaus enthält das Maßnahmenprogramm weitere ergänzende, sogenannte konzeptionelle Maßnahmen, die eine unterstützende Wirkung auf die grundlegenden und ergänzenden Maßnahmen haben. Zu den konzeptionellen Maßnahmen zählen:

  • Erstellung von Konzeptionen/Studien/Gutachten,
  • Durchführung von Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsvorhaben,
  • Informations- und Fortbildungsmaßnahmen,
  • Beratungsmaßnahmen,
  • Einrichtung bzw. Anpassung von Förderprogrammen,
  • freiwillige Kooperationen,
  • Zertifizierungssysteme,
  • vertiefende Untersuchungen und Kontrollen,
  • Untersuchungen zum Klimawandel und
  • weitere zusätzliche Maßnahmen nach Art. 11 Abs. 5 der WRRL.

Von diesen zehn Maßnahmentypen sind neun in den Oberflächenwasserkörpern der FGG Elbe für den 2. BPZ vorgesehen. Knapp ein Drittel dieser Maßnahmen stammt noch aus dem 1. BPZ und wird fortgesetzt bzw. vollständig umgesetzt. Die am häufigsten geplanten konzeptionellen Maßnahmentypen in Oberflächengewässern sind:

  • Konzeptionen, Studien und Gutachten werden zur Erarbeitung von fachlichen Grundlagen, Handlungsempfehlungen und Entscheidungshilfen für die Umsetzung der WRRL im Bereich Oberflächengewässer erstellt, wie z. B. das Sedimentmanagementkonzeptes für die FGG Elbe, Gewässerentwicklungskonzepte und limnologischen Gutachten sowie Machbarkeitsstudien zur Prüfung von Möglichkeiten zur Reduzierung von Schadstoffeinträgen aus dem Altbergbau und Altlastenstandorten.
  • Vertiefende Untersuchungen und Kontrollen in den Oberflächengewässern dienen der Ermittlung von Belastungsursachen sowie der Wirksamkeit vorgesehener Maßnahmen.
  • Beratungsmaßnahmen umfassen vorwiegend Beratungs- und Schulungsangebote für landwirtschaftliche Betriebe zur Reduzierung des diffusen landwirtschaftlichen Sediment- sowie Nähr- und Schadstoffeintrags in die Oberflächengewässer.
  • Die Durchführung von Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsvorhaben unterstützt den Wissens- und Erfahrungstransfer und die Entwicklung oder standortspezifische Optimierung wirksamer Maßnahmen zur Umsetzung der WRRL. Beispielhaft können hier das Einrichten und Betreiben von landwirtschaftlichen Versuchsstandorten und Demonstrationsvorhaben zur kontrollierten Entwässerung angeführt werden.
  • Informations- und Fortbildungsmaßnahmen sollen zum Thema des Gewässerschutzes sensibilisieren und aufklären. Hierzu zählen u. a. die Einrichtung von Arbeitskreisen mit den am Gewässer tätigen Akteuren, wie z. B. den Unterhaltungspflichtigen, Vertretern aus Kommunen und aus der Landwirtschaft, sowie die Öffentlichkeitsarbeit (Publikationen, Wettbewerbe, Gewässertage) und Fortbildungen (z. B. zum Thema Gewässerunterhaltung).

Zusammenfassende quantitative Angaben zur Anzahl dieser konzeptionellen Maßnahmen sind nicht möglich. Diese werden zum Teil an einzelnen Wasserkörpern umgesetzt oder erzielen Wirkung für ein Land oder Koordinierungsraum. Sofern eine wasserkörperbezogene Auswertung möglich ist, sind die Angaben in den Anhängen M2 und M3 zu finden.

Grundwasser

Von den über 20 möglichen Maßnahmentypen werden im deutschen Teil des Elbeeinzugsgebietes 13 Maßnahmentypen verwendet (vgl. Anhang M4). Insgesamt 628 Maßnahmen sind im 2. BPZ in der FGG Elbe vorgesehen, davon 116 Maßnahmen, die noch aus dem 1. BPZ stammen, und 512 neue Maßnahmen. Abbildung 4.3 zeigt die Anzahl der Maßnahmen bezogen auf die jeweils signifikante Belastung.

Abbildung 4.3: Anzahl der aus dem Maßnahmenprogramm 2009 fortgeführten und neuen Maßnahmen in GWK nach Belastungen
Abbildung 4.3: Anzahl der aus dem Maßnahmenprogramm 2009 fortgeführten und neuen Maßnahmen in GWK nach Belastungen

Die folgende Abbildung 4.4 gibt einen Überblick über die prozentual am häufigsten durchgeführten Maßnahmen zur Verbesserung des Zustands des Grundwassers in den jeweiligen Koordinierungsräumen der FGG Elbe. Die meisten Maßnahmen werden zur Reduzierung der Verschmutzungen aus diffusen Quellen und aus Punktquellen durchgeführt (vgl. Abbildung  4.3). Maßnahmen zur Reduzierung von Wasserentnahmen sind nur vereinzelt in den Koordinierungsräumen Havel (HAV) und Mulde-Elbe-Schwarze Elster (MES) und zur Reduzierung von anderen anthropogenen Auswirkungen in den Koordinierungsräumen Tideelbe (TEL) und Mittelelbe/Elde (MEL) vorgesehen. In den deutschen Anteilen der Koordinierungsräume Berounka (BER) und Obere Moldau (HVL) werden keine Maßnahmen im Grundwasser durchgeführt.

Abbildung 4.4: Anteil der Maßnahmen in GWK nach Belastungen und Koordinierungsräumen
Abbildung 4.4: Anteil der Maßnahmen in GWK nach Belastungen und Koordinierungsräumen

Mit knapp 570 Maßnahmen bilden die Maßnahmen zur Reduzierung von Grundwasserverschmutzungen durch diffuse Quellen auch im 2. BPZ den Schwerpunkt der Maßnahmenplanung im Grundwasser in der FGG Elbe. Die meisten Maßnahmen hiervon betreffen die Minderung der Nähr- und Schadstoffeinträge durch die Landwirtschaft. Hierzu zählen insbesondere 422 Maßnahmen zur Reduzierung der Nährstoffeinträge durch Auswaschung in 161 Grundwasserkörpern, 38 Maßnahmen zur Reduzierung der Nährstoffeinträge durch besondere Anforderungen in Wasserschutzgebieten in 33 Grundwasserkörpern und Maßnahmen zur Reduzierung der Einträge von Pflanzenschutzmitteln in 30 Grundwasserkörpern. Darüber hinaus stellt die Belastung durch den Bergbau einen weiteren Schwerpunkt bei der Maßnahmenplanung hinsichtlich Minderung diffuser Belastungen im Grundwasser dar. 41 Maßnahmen zur Reduzierung der Versauerung und der diffusen Belastungen infolge des Bergbaus sind in zehn Grundwasserkörpern in den Koordinierungsträumen MES, SAL und HAV geplant.

Maßnahmen zur Reduzierung von Grundwasserverschmutzungen durch Punktquellen betreffen überwiegend Altlasten und Altstandorte, die v. a. in urbanen Ballungsräumen der neuen Bundesländer mit industrieller Tradition sowie im so genannten "Mitteldeutschen Chemiedreieck" vorkommen. Zur Reduzierung dieser punktuellen Stoffeinträge sind insgesamt 46 Maßnahmen in neun Grundwasserkörpern in den Koordinierungsräumen MES, SAL und HAV geplant.

Zudem sind noch zwei Maßnahmen in zwei Grundwasserkörpern im Koordinierungsraum SAL und eine Maßnahme in einem Grundwasserkörper im Koordinierungsraum MEL zur Reduzierung punktueller Stoffeinträge aus dem Bergbau vorgesehen.

Zur Reduzierung von Belastungen durch Wasserentnahmen sind drei Maßnahmen, zur Reduzierung der Wasserentnahme für den Bergbau und zwei Maßnahmen zur Grundwasseranreicherung zum Ausgleich grundwasserentnahmebedingter mengenmäßiger Defizite geplant, davon vier Maßnahmen in drei Grundwasserkörpern im Koordinierungsraum HAV und eine Maßnahme in einem Grundwasserkörper im Koordinierungsraum MES.

Zur Reduzierung weiterer anthropogener Auswirkungen sind Maßnahmen in drei Grundwasserkörpern in der FGG Elbe vorgesehen. Als Beispiel können hierfür die Maßnahmen zur Reduzierung von Salzwasserintrusionen in einem Grundwasserkörper im Koordinierungsraum TEL aufgeführt werden.

Zusätzlich sind acht der insgesamt zehn oben aufgeführten konzeptionellen Maßnahmentypen im Bereich Grundwasser vorgesehen, wobei ein Großteil der Maßnahmen bereits im ersten Maßnahmenprogramm geplant war, aber noch nicht vollständig umgesetzt bzw. abgeschlossen werden konnte. Am häufigsten sind folgende konzeptionelle Maßnahmen im 2. BPZ in den Koordinierungsräumen MES, SAL, MEL, HAV und TEL vorgesehen:

  • Beratungsmaßnahmen betreffen vorrangig Beratungs- und Schulungsangebote für landwirtschaftliche Betriebe zur Reduzierung des diffusen landwirtschaftlichen Nähr- und Schadstoffeintrags in das Grundwasser.
  • Zur Durchführung von Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsvorhaben als Unterstützung des Wissens- und Erfahrungstransfer bei der Umsetzung der WRRL im Grundwasserbereich können auch hier das Einrichten und Betreiben von landwirtschaftlichen Versuchsstandorten sowie ein Gutachten zu geogener Salzwasserintrusion in das oberflächennahe Grundwasser genannt werden.
  • Die Erstellung von Konzeptionen, Studien und Gutachten dient der Erarbeitung von fachlichen Grundlagen, Handlungsempfehlungen und Entscheidungshilfen für die Umsetzung der WRRL im Bereich Grundwasser, wie z. B. Modellierungen zur Grundwasserbeschaffenheit in den Braunkohlebergbaugebieten.
  • Vertiefende Untersuchungen und Kontrollen werden zur Ermittlung von Belastungsursachen sowie zur Wirksamkeit vorgesehener Maßnahmen im Grundwasserschutz umgesetzt.
  • Informations- und Fortbildungsmaßnahmen sollen auch zum Thema des Grundwasserschutzes sensibilisieren und aufklären.

Auswertung der festgelegten Maßnahmen nach den Schlüsselmaßnahmen

Im europaweiten Kontext werden die festgelegten Maßnahmen zu EU-Schlüsselmaßnahmen aggregiert und somit auch über Flussgebietsgrenzen hinaus vergleichbar gemacht. Die Maßnahmentypen des LAWA-BLANO MNKs passen sich durch ihre Zuordnung zu den EU-Schlüsselmaßnahmen in den DPSIR-Ansatz ein. Die Verknüpfung der Maßnahmentypen zu EU-Schlüsselmaßnahmen ist im Anhang M1 ersichtlich. Dies führt zum Teil zu einer abweichenden Gruppenbildung als bei der oben dargestellten Auswertung nach Belastungsschwerpunkten und Gewässerkategorien. Dennoch sind die Maßnahmenschwerpunkte bei den WWBF Gewässerstruktur und Durchgängigkeit (KTM 5 und 6) und Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft (KTM 2 und 17) erkennbar (Tabelle 4.1)Obwohl die Anpassung an den Klimawandel für die FGG Elbe eine WWBF darstellt, sind durch die Maßnahmenzuordnung in der EU-Schlüsselmaßnahmen 24 nur vier Maßnahmen aufgeführt, die sich auf die Reduzierung der Wärmeeinleitung beziehen. Durch die Verminderung der Nähr- und Schadstoff-einträge sowie die Verbesserung der Gewässerstruktur und Durchgängigkeit werden die Wasserkörper in ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel gestärkt, so dass eine Vielzahl von Maßnahmen zur Umsetzung dieser WWBF dient (vgl. auch Kap. 3.4).